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Neuplatzierte steinerne Denkmäler an der Rämistrasse

Medienmitteilung

Vier Tonnen Stein als Denkmal: Die Inschriftentafeln der abgebrochenen Turnhalle beim Heimplatz haben am Fusse der alten Kantonsschule Zürich ein neues Zuhause gefunden.

10. Juli 2024

Vielen Zürcher*innen dürften die zwei Turnhallen an der Kantonsschulstrasse 4 und 8 (1880, 1902) noch ein Begriff sein: Über 110 Jahre prägten diese Baudenkmäler den Heimplatz, bis sie 2015 der Kunsthauserweiterung weichen mussten. Übrig blieben zwei Steintafeln vom älteren Turnhallenbau, der 1880 nach Entwürfen des Architekten Otto Weber entstanden war. Ausgerichtet auf den Heimplatz, sprachen ihre goldenen Inschriften zu den Besucher*innen und Passant*innen am Kunsthaus.

Jetzt haben die Tafeln ein neues Zuhause bei der Alten Kantonsschule am rechten Fusse der Freitreppe im unteren Böschungsbereich gefunden. Als einzige erhaltene Teile der denkmalpflegerisch wertvollen Turnhalle sind sie ein materielles Stück Stadtgeschichte, das nun wieder im öffentlichen Raum wirkt. Sie zeugen als Fenster in die Vergangenheit von der Baukunst und den humanistischen Bildungsidealen der Neuzeit – wie auch der reichen Geschichte des Heimplatzes. Die Neuaufstellung ist das Resultat einer engen Zusammenarbeit der städtischen und kantonalen Denkmalpflegen.

Inschriften auf Reisen: Ins Bauteillager und zurück

Die Denkmalpflege der Stadt Zürich hatte sich beim Abbruch der Turnhalle explizit für den Erhalt der Tafeln eingesetzt. Sie konnten dank der Unterstützung des Kantons fachgerecht demontiert und ins Bauteillager der kantonalen Denkmalpflege in Stettbach überführt werden.

In den vergangenen Jahren wurde daraufhin eine Neuaufstellung an verschiedenen Standorten geprüft. In Absprache mit der Universität Zürich als Eigentümervertreterin der Alten Kantonsschule und der Gartendenkmalpflege fand sich schliesslich der neue Aufstellungsort. Finanzielle Unterstützung erhielt das Vorhaben durch den Lily-Altherr-Fonds.

Besucher*innen erfahren via QR-Codes mehr zur Geschichte der Tafeln und dem Gebiet. Eine Tafel trägt die Inschrift «Sit mens sana in corpore sano» («Es sei ein gesunder Geist in einem gesunden Leib»). Die andere ist mit den Worten versehen: «Non est vir fortis qui laborem fugit» («Das ist kein tapferer Mann, der die Anstrengung scheut»). Beide Sprüche entsprechen dem neuzeitlichen Bildungsideal von körperlicher Fitness als Voraussetzung für eine humanistische Erziehung.

(Gemeinsame Medienmitteilung von Stadt und Kanton Zürich)

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