Vor dem Bildungszentrum Blaulicht (BZB) stand im Glattpark in Opfikon das Ausbildungszentrum Rohwiesen (AZR), das im Jahr 1973 zur Aus- und Weiterbildung von Zivilschutzpflichtigen erbaut wurde. Das ganze Areal umfasst etwa 32 000 m². Die Anlage, die nach über 40 Jahren ohnehin instandgesetzt werden musste, ist nun die zentrale Aus- und Weiterbildungsstätte für Rettungsdienste, Berufs- und Milizfeuerwehr, Polizei, Zivilschutz und die Führungsstäbe für die Bewältigung von Grossereignissen.

Ein vielseitiger Bau
Aufgrund der anspruchsvollen Bauaufgabe, es existieren keine vergleichbaren Bildungszentren, hat das Amt für Hochbauten 2006 einen Architekturwettbewerb durchgeführt. Das Siegerprojekt von Staufer & Hasler Architekten aus Frauenfeld umfasst die Instandsetzung des bestehenden Hauptgebäudes (Kopfbau) und einen viergeschossigen Erweiterungsbau, der das Raumprogramm der Blaulichtorganisationen effizient und flexibel unterbringt.
Die Infrastruktur des BZB bietet unter anderem eine unterirdische Schiessanlage, eine Mediathek, Lernzonen, eine Sporthalle sowie ein Restaurant mit attraktiven Aussenplätzen, das auch vom Quartier genutzt werden kann. Zudem gibt es einige besondere Räumlichkeiten wie etwa das «Skill lab», in dem angehende diplomierte Rettungssanitäter*innen HF Handfertigkeiten wie beispielsweise das Legen von Infusionen lernen können. Im «Lernrevier» wurden Wohnungen eingerichtet, in der die Polizei unter anderem den Einsatz in Fällen von häuslicher Gewalt trainieren kann. Zusätzlich wurde für die Primarschule Auzelg eine Sporthalle integriert, da auf dem Areal der Schulanlage keine Landreserve besteht.
Nachhaltig in Bau und Betrieb
Das Projekt verbindet gekonnt Alt und Neu. Das funktionale neue Gebäude ist zudem nachhaltig in Bau und Betrieb. Der Neubau wurde in modularer Bauweise mit hohem Vorfabrikationsgrad erstellt. Tragwerk und Haustechnik bestimmen den Ausdruck der Räume. Die Baustruktur kommt ohne Verkleidung aus und kann als Qualitätsrohbau bezeichnet werden. Die Haustechnikinstallationen sind offen geführt und bei Unterhaltsarbeiten leicht zugänglich; sie können bei Bedarf entsprechend ergänzt werden. Bei der Materialwahl wurde Wert auf Robustheit, Einfachheit und Langlebigkeit gelegt, um einen kostengünstigen Unterhalt zu gewährleisten.
Geheizt wird mit Fernwärme, auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage erstellt. Die gesamte Beleuchtung erfolgte mit LED-Leuchten. Die Umgebung ist biodivers gestaltet. Sowohl der Erweiterungsbau als auch das instandgesetzte Hauptgebäude erreichen die Energiekennzahl Minergie-P.
Alles unter einem Dach
Im Ernstfall gilt das Motto: «In Krisen Köpfe und deren Kompetenzen kennen». Die Bildungsinfrastruktur der Blaulichtorganisationen wurde deshalb zusammengelegt. Daraus ergeben sich nun wertvolle Synergien auch über die Stadt- und Kantonsgrenzen hinaus. Das gemeinsame Aus- und Weiterbildungsangebot unter einem Dach vereinfacht die reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall.
Kunst und Bau
Die Kunst-und-Bau-Arbeiten von Jorge Macchi (Windrose im Atrium) und die Lichtinstallation der Zürcher Künstlerin Monika Kiss Horváth (an der Fassade des Kopfbaus) nehmen Bezug zu den Blaulichtberufen.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Immobilien Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten
- Nutzendenvertretung Sicherheitsdepartement, Schul- und Sportdepartement
- Objektkredit CHF 118,84 Mio.
- Architektur, Kostenplanung Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld
- Bauleitung Baupool Baumanagement AG, Zürich
- Landschaftsarchitektur Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld
mit Krebs und Herde Landschaftsarchitekten, Winterthur - Bauingenieurwesen acs Partner AG, Zürich
- Elektroingenieurwesen EBP Schweiz AG, Zürich
- HLK-Ingenieurwesen ahochn AG, Dübendorf
- Sanitäringenieurwesen Gerber + Partner Haustechnik GmbH, Volketswil
- Signaletik (und Morsezeichen) Bivgrafik GmbH, Zürich
- Auswahlverfahren Architekturwettbewerb im selektiven Verfahren nach SIA 142 (einstufig, anonym), 2006
- Bauzeit 2018 – 2023