
Die Sukkulenten-Sammlung Zürich setzt Sammlungsschwerpunkte, pflegt Erhaltungskulturen und beteiligt sich am internationalen Samentausch zwischen den botanischen Gärten weltweit. Dabei wird die Herkunft der Pflanzenbestände genau dokumentiert.
Die Lebendsammlung in den Schaubereichen und in den Hintergrundgewächshäusern zeigt einen repräsentativen Querschnitt durch die systematischen Gruppen, Verbreitungsgebiete und Lebensräume der sukkulenten Pflanzen unseres Planeten.
Zu diesem Zweck folgen die Glashäuser grundsätzlich einer geographischen Ordnung. Es wird versucht, die Lebensräume dieser Pflanzen nachzuempfinden. Eine Ausnahme bilden das Grosspflanzenhaus, das Epiphytenhaus sowie das Holzsukkulentenhaus. Diese drei Häuser zeigen Pflanzen verschiedener Lebensräume, an denen beispielsweise ökologische oder evolutionsgeschichtliche Zusammenhänge anschaulich vermittelt werden können.
In der über 90 Jahre währenden Sammlungsgeschichte haben sich einige Schwerpunkte hervorgetan, die meist durch die Pflege des internationalen Netzwerks zu botanischen Gärten, Sammlern und Liebhabern beflügelt wurden. Ursprünglich hiess die Sukkulenten-Sammlung «Städtische Kakteensammlung» und bestand hauptsächlich aus Kakteengewächsen.
Heute sind Pflanzen der ariden Regionen Südamerikas, Südafrikas und Madagaskars an der Sukkulenten-Sammlung besonders üppig vertreten. Die Sammlung von Walter Röösli und Ralph Hoffmann mit madagassischen Pflanzen befindet sich aufgrund beschränkter Platzverhältnisse in der Stadtgärtnerei in Zürich-Albisrieden. Sie ist im Subtropenhaus untergebracht, das 2014 als Dépendance der Sukkulenten-Sammlung Zürich eröffnet wurde.
In Zeiten von Klimakrise und Biodiversitätsverlust kommt naturhistorischen Sammlungen wie der Sukkulenten-Sammlung eine besondere Bedeutung zu. Die Lebendsammlung bietet nicht nur die Grundlage für Forschungsarbeiten und Vermittlungsaktivitäten, sondern sie ist zugleich eine Erhaltungskultur für seltene und bedrohte Arten sowie deren genetische Vielfalt. Ausserdem können die Pflanzen in Artenschutzprojekte eingebunden werden.
Die Vermehrung zum Erhalt der Lebendsammlung beruht in erster Linie auf generativer Vermehrung durch kontrollierte Bestäubung.
Die Sukkulenten-Sammlung beteiligt sich am internationalen Samentausch. Der Samentausch ist ein wichtiger Bestandteil der Arterhaltung in den ex-situ-Kulturen botanischer Gärten. An der Sukkulenten-Sammlung werden die Pflanzen kontrolliert und unter Ausschluss von Insekten bestäubt.
Jeweils gegen Ende des Jahres publizieren wir den aktuellen Samenkatalog (Index Seminum).