
Für eine gelingende Integration braucht es tragfähige Teams.
Das Schulamt hat in Zusammenarbeit mit den Schulkreisen und spezialisierten Fachpersonen Instrumente entwickelt, um Schulteams bei dieser Herausforderung zu unterstützen.
Das Team, das eine Lerngruppe begleitet, übernimmt verschiedene Fachverantwortungen: Es achtet auf die Gruppe als Ganzes und hat einen speziellen Blick auf Kinder und Jugendliche mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen.
Je nach Situation, Zusammensetzung des Teams und entsprechend dem Förderkonzept der Schule, sind die Teams unterschiedlich organisiert. Wie die Zusammenarbeit konkret aussieht, entscheidet jedes Team selber.
Das Werkzeug Zusammenarbeit unterstützt mit Materialien zu fünf Fokuspunkten, die bei der Klärung der Zusammenarbeit in den Blick genommen werden können:
- Sicheren Boden schaffen
- Konkrete Zusammenarbeit klären
- Fachverantwortung übernehmen
- Fachlichen Diskurs fördern
- Netzwerk sichern
Am Schulischen Standortgespräch (SSG) wird die aktuelle Situation des Kindes oder Jugendlichen gemeinsam besprochen. Es werden Ziele für die Förderung festgelegt und was die Beteiligten beitragen können, damit die Ziele möglichst erreicht werden. Am nächsten Standortgespräch werden die Fortschritte gemeinsam eingeschätzt.
Die SSG-Spickzettel wurden für Lehrpersonen und andere Fachpersonen entwickelt, die das kantonale Verfahren bereits kennen. Es sind acht Bild- und Textkarten, welche für die Vorbereitung und Durchführung von Schulischen Standortgesprächen ergänzend eingesetzt werden können.
Im SSG sind zehn Förderbereiche vorgesehen. Fünf davon betreffen soziale und persönliche Kompetenzen. Hier kann die Zusammenarbeit zwischen Unterricht und Betreuung ansetzen.
Mit einem gruppenbezogenen Förderprozess sollen stabile und verlässliche Bedingungen geschaffen werden, damit sich alle Schüler*innen der Gruppe in einer herausfordernden Situation gut entwickeln können. Die Grundpfeiler des Förderprozesses sind:
- Gemeinsam vereinbarte Eckpunkte
- Planung, Koordination und Reflexion der Förderung
- Dokumentation des Förderprozesses
Das Instrument Klassen- / Gruppenkompass unterstützt dabei, einen solchen gruppenbezogenen Förderprozess im 1. Zyklus durchzuführen. Da er in Zusammenarbeit mit dem Schulkreis Schwamendingen entwickelt wurde, orientiert er sich im Aufbau an den Kompassinstrumenten.
In regelmässigen Abständen bearbeitet das Team, das für die Förderung der Gruppe verantwortlich ist, den Klassen-/Gruppenkompass gemeinsam.
Dabei geht es immer um eine kurze Einschätzung der Situation und das Setzen der Schwerpunkte für die nächste Zeitspanne. Es gilt die Faustregel: Mut zur Lücke; Relevanz vor Perfektion.
Als Richtwert für die Regelmässigkeit empfiehlt sich: ca. einen Monat nach Beginn des neuen Schuljahres, dann jeweils vor den Ferien.
Es empfiehlt sich, mehrere Besprechungen mit demselben Klassen-/Gruppenkompass durchzuführen. Dadurch wird die Entwicklung besser sichtbar. Wichtig ist allerdings, die Notizen jeweils mit dem entsprechenden Datum zu versehen.
Pädagogische Herausforderungen und schwierige Schulsituationen belasten. Um handlungsfähig zu bleiben, braucht es einen strukturierten Austausch unter Fachpersonen.
Die kollegiale Beratung bringt einen raschen Aussenblick und Lösungsansätze von Kolleg*innen. Wenn eine tiefergehende Situationsanalyse angezeigt ist, die zu weiterreichenden Förderzielen und Massnahmen führt, braucht es eine interdisziplinäre Fachintervision.
Zeitbedarf: ca. 0.5 Std.
Zielgruppe: alle Lehr-, Fach- und Betreuungspersonen
Geeignet für Situationen:
- die persönlich belasten
- in denen man alleine nicht weiter kommt
- bei denen man einen Aussenblick wünscht
Das Instrument ist eine Orientierungshilfe für eine interdisziplinäre Fachintervision. Es setzt ein gewisses (sonder-)pädagogisches Fachwissen und Erfahrung mit Intervision voraus.
Zeitbedarf: ca. 1.5 Std
Zielgruppe: Einzelpersonen oder Teams von Lehr-, Fach- und Betreuungspersonen
Geeignet um:
- den Blick zu öffnen und wieder handlungsfähig zu werden
- gemeinsam Lösungs- und Bewältigungsansätze zu entwickeln
Aufbau:
- Notizblatt mit möglichem Ablauf (digital oder ausgedruckt)
- Mindmap mit relevanten Aspekten für Bewältigung einer schwierigen Schulsituation
Persönliche Vorbereitung
Gedanken, erste Ideen können vor einer Fachintervision stichwortartig notiert werden. Allenfalls gibt die fallgebende Person ihre Notizen in ausgedruckter Form zu Beginn der Fachintervision ab.
Moderationshilfe
Auf A3 ausgedruckt liegt das Notizblatt während der Intervision auf dem Tisch. Die moderierende Person kann so aufzeigen, in welcher Phase sich das Gespräch befindet.
Besonders relevante Punkte oder noch offene Fragen können auf Post-it-Zettel geschrieben und an die entsprechenden Stellen geklebt werden.
Protokollvorlage
Während der Fachintervision können die Erkenntnisse aus den einzelnen Phasen im digitalen Notizblatt notiert — und allenfalls über einen Beamer projiziert werden. So entsteht eine Notiz der Intervision.
Ideensammlung
Die einzelnen Mindmap-Äste dienen als Ideensammlung. Je nach Situation sind andere Aspekte relevant. Die Äste können deshalb auf dem ausgedruckten Mindmap nach Belieben gestrichen oder ergänzt werden.
Orientierungshilfe Moderation
Die Person, welche die Fachintervision moderiert, kann sich auf dem ausgedruckten Mindmap besonders relevante Aspekte markieren und Notizen für die Gesprächsführung machen.
Orientierungshilfe Persönliche Vorbereitung
Das Mindmap kann als Orientierungshilfe für die stichwortartige Vorbereitung auf dem Notizblatt genutzt werden. Es zeigt, was bei den verschiedenen Gesprächsphasen allenfalls relevant sein könnte.
Es gibt einen rechtlichen Anspruch auf Gerechtigkeit in der Bildung. Die Schulen haben den Auftrag, diesen umzusetzen.
Damit dieser Auftrag gelebt wird, braucht es ein Team mit einer gemeinsamen integrativen Haltung: Ein Schulteam, das gemeinsam nach Lösungen sucht, wenn einzelne Kinder, Jugendliche oder auch Schulklassen von der erwarteten Norm abweichen.
Haltungen können nicht einfach «angenommen» und «abgelegt» werden. Sie entwickeln sich langsam, fortwährend und individuell. Alle unsere Erlebnisse, Erkenntnisse und Erfahrungen fliessen rational und auch emotional mit ein.
Aus diesem Grund ist es nicht ganz einfach, eine persönliche Haltung zu beschreiben – und noch komplizierter ist es, unterschiedliche Haltungen in einem Schulteam zu fassen und zu verändern. Die «Handlungs- und Gesprächsanlässe» zeigen eine Möglichkeit auf, eine gemeinsame integrative Haltung zu stärken.