
Der ersten Zürcher Eingemeindung im Jahr 1893 folgte 1934 die zweite mit weiteren acht Gemeinden, darunter auch den beiden Limmattal-Gemeinden Albisrieden und Altstetten. Seither sind sie von Dörfern längst zu lebendigen und vielseititgen Stadtquartieren mit eigener Identität gewachsen.
Aktuell findet wieder eine starke bauliche Entwicklung im Kreis 9 statt. die Stadtverwaltung begleitet diese Entwicklung. Seit Anfang 2025 hat sie auch ein aktives Gebietsmanagement etabliert, welches der Koordination verschiedener städtischer Projekte in Tiefbau, Hochbau und bei öffentlichen Infrastrukturen dient.
Altstetten ist das westlichste Stadtquartier – und mit rund 747 Hektaren das Grösste. Das Quartiergebiet lässt eine Dreiteilung erkennen. Die an den östlichen Lagen am Fusse der Uetliberg-Ausläufer liegenden Gebiete stellen ausgedehnte Wohnregionen dar. Die Gebiete zwischen Eisenbahn und Autobahn A1 beheimaten Industrie- sowie Büro- und Infrastrukturbauten. Nördlich der Autobahn findet sich ein Quartier im Quartier: die Grünau. Diese wird von Limmat, Europabrücke, Autobahn A1 sowie von Familiengärten begrenzt und gilt wegen ihrer Lage als eine Art Insel. Hier gibt es viele Grünflächen, verkehrsfreie Schulwege und eine gute Anbindung an die Naherholungsgebiete wie Limmat und Werdinsel.
Das Quartier Albisrieden hat im Laufe des letzten Jahrhunderts eine gewaltige Entwicklung vom Bauerndorf zum Technologiestandort durchgemacht. Gleichwohl hat es seinen ländlichen Charakter nie ganz verloren, wovon der beeindruckende historische Dorfkern zeugt.
Gut vierzig Prozent der Fläche Albisriedens sind bewaldet. Zusätzlich finden sich im Quartier verschiedene Grünflächen. Beim Gemeinschaftszentrum Bachwiesen laden die Parkanlage mit Bach, die Spielplätze und das Tiergehege zum Verweilen ein. In der Nähe der Haltestelle Hubertus, südlich der Gutstrasse, befindet sich auch die Stadtgärtnerei.
Im Veranstaltungsformat «Diagonal» informieren Stadträt*innen, Fachpersonen aus der Verwaltung und private Bauherrschaften im Jahresrhythmus über laufende und künftige Projekte in den Stadtquartieren. An den öffentlichen Informationsveranstaltungen stehen Hoch- und Tiefbau, Städteplanung sowie Grün- und Freiräume im Fokus.
Am 31. März 2025 lud die Stadt Zürich in Albisrieden und Altstetten zum ersten Mal zur öffentlichen Infoveranstaltung ein. Die drei Stadträt*innen André Odermatt, Simone Brander und Michael Baumer informierten die Quartierbevölkerung über aktuelle Projekte und Entwicklungen im Quartier. Das Interesse aus den Quartieren war sehr gross.
Leider wurde dabei die Kapazität des Saals im Spirgarten überschritten, weshalb der Eingang aus sicherheitstechnischen Gründen kurz vor Beginn der Veranstaltung geschlossen werden musste. Wir bitten bei allen Betroffenen um Entschuldigung. Die Kapazitäten werden für die zweite Durchführung des Diagonals im kommenden Jahr wo immer möglich erweitert.
André Odermatt gab einleitend einen Überblick über die Entwicklung der beiden Quartiere, die sich in den letzten Jahren stark entwickelt haben. Auch in Zukunft wird in Altstetten und Albisrieden einiges passieren. Es entstehen neue Hochbau-, Tiefbau- und Freiraumprojekte. Die Stadt wird weiterhin nach Innen wachsen und dafür brauchts die notwendigen Infrastrukturen. Der kommunale Richtplan dient dabei als Richtschnur. Weiter berichtet Odermatt über laufende und geplante Projekte in der Grünau (bspw. Neubau der Schulanlage Tüffenwies, Instandsetzung des Gesundheitszentrums für das Alter und die Erweiterung des Gemeinschaftszentrums).
Das Schlachthof-Areal wird weiterentwickelt, es soll ein urbanes Arbeitsplatzgebiet entstehen und das Areal wird sich für das Quartier öffnen. Weitere Informationen u.a. zur Mitwirkung gibt’s unter Schlachthof-Areal. Weiter erwähnte er die städtische Wohnsiedlung Letzi, die im Sommer fertiggestellt wird. Bei der Wohnsiedlung Salzweg dauert es noch etwas länger. Im Mai 2025 wird darüber abgestimmt. Anschliessend ging Odermatt auf weitere laufenden und geplante Hochbauvorhaben wie die Instandsetzung des Hallenbad Altstettens sowie auf die Erweiterung und Instandsetzung des Schulhaus Triemli / in der Ey ein.
Michael Baumer zeigte in seinem Beitrag den Anwesenden die Ausbauprojekte und Entwicklungen im öffentlichen Verkehr in Altstetten und Albisrieden auf. Dazu gehören unter anderem die Umleitung bei Fussballspielen oder Angebotserweiterungen einiger Bus- und Tramlinien sowie geplante Anpassungen in der Streckenführung. Daneben wird die Haltestelle Lindenplatz künftig hindernisfrei. Zu diesem Zweck wird die heute sehr schmale nordseitige Traminsel erhöht und verbreitert, während die südseitige Insel etwas von ihrer Breite abgeben muss. Längerfristig sollen auch die gleisquerenden Verbindungen im Bereich der Europabrücke gestärkt werden, wie dies in der Netzentwicklungsstrategie vorgesehen ist. Weiter standen die beiden Themen Wasserversorgung und Wärmeversorgung im Fokus: So wurde bspw. jüngst im Grundwasserwerk Hardhof eine zusätzliche Desinfektionsstufe des Grundwassers implementiert, um die Trinkwasserqualität für die Zukunft zu sichern. Ausserdem erklärte Michael Baumer die Unterstützungsangebote der Stadt für den Ersatz von fossilen Heizungen und ging auf den Ausbau der Fernwärme in Altstetten oder die Prüfung der Fernwärmeerschliessung in Albisrieden ein.
Simone Brander erzählte einleitend, wie sich die Grün- und Freiräume in den beiden Quartieren entwickeln und welche Projekte gerade laufen. So beginnen bspw. die Bauarbeiten auf dem Areal Dunkelhölzli. Sie lud die Anwesenden zur Eröffnung des Koch-Parks am 27. Juni 2025 ein und machte auf die neue Ausstellung in der Stadtgärtnerei aufmerksam. Anschliessend stand das «Velo» und damit die Velovorzugsrouten und geplanten Massnahmen im Strassenraum im Fokus. Eine Analyse hat gezeigt, dass die Velofahrer*innen auf der Baslerstrasse nach der Einführung der Velovorzugsroute nicht schneller als erlaubt unterwegs sind. Auch konnte die Anzahl Velofahrender erfreulicherweise gesteigert werden. Sie ging auf laufende und geplante Strassenbauprojekte an der Altstetterstrasse, in Altstetten-West und an der Fellenbergstrasse ein. Im Zusammenhang mit dem Verlegen der Fernwärmeleitungen und Sanierungen von Werkleitungen im Untergrund, wird - wenn möglich - auch die Strassenoberfläche neu gestaltet mit breiteren Trottoirs, Velomassnahmen, Grünstreifen und Bäumen.
Bevor sie auf die Wichtigkeit der Kreislaufwirtschaft zu sprechen kam, thematisierte Brander die Brücken und Unterführungen im Quartier, unter anderem die Europabrücke, die saniert werden muss. Zum Schluss stand das geplante Recyclingzentrum Juch-Areal im Zentrum, das mit Re-Use ein Pionierprojekt darstellt.
Zum Schluss der Präsentationen stellte Daniel Zeller von der Drehscheibe Altstetten/Grünau die Drehscheibe und ihre Aufgaben vor und motivierte die Anwesenden, sich bei Anliegen direkt an die Drehscheibe zu wenden. Die Drehscheibe ist eine wichtige Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung und der Quartierbevölkerung.
Bei der anschliessenden Fragerunde gabs Wortmeldungen zu diversen Themen. Die unbefriedigende Situation bei Fussballspielen (Krawall und damit verbundene Störungen der ÖV-Verbindungen) beschäftigt das Quartier. Der Stadtrat ist sich dieser Situation bewusst und steht im ständigen Austausch mit den Clubs. Weitere Themen, die diskutiert wurden: Velo- und Fuss-Verkehr, Optimierungen der Haltestelle Lindenplatz, Optimierung auf den Velorouten (Absätze, Randsteine) sowie der Verkehr im Quartier (Umverteilung, Tempo 30).
Die Präsentation zur Veranstaltung finden Sie hier zum Download: