
Der Schulraumbedarf im Schulkreis Glattal hat aufgrund der intensiven Wohnbautätigkeit und mit dem Zuzug von zahlreichen Familien in den letzten Jahren stark zugenommen. Mit der Erweiterung der Schulanlage Staudenbühl in Zürich-Seebach soll Platz für drei Kindergärten, neun Primar- und 19 Sekundarschulklassen im Tagesschulbetrieb geschaffen werden. Auf allen Schulstufen ist auch ein Anteil an Unterrichtsräumen für heilpädagogische Klassen (HPS) vorgesehen. Das entspricht rund 550 Schulkindern, die neu dort unterrichtet und betreut werden sollen. Zudem sind eine Dreifachsporthalle sowie zusätzliche Sportanlagen im Aussenbereich geplant, die ausserhalb der Unterrichtszeiten auch Sportvereinen oder der Quartierbevölkerung zur Verfügung stehen. In der Dreifachsporthalle soll eine Zuschauerinfrastruktur für 200 Personen geschaffen werden.
- Bauherrschaft Stadt Zürich
- Eigentümervertretung Immobilien Stadt Zürich
- Bauherrenvertretung Amt für Hochbauten
- Generalplanung ARGE neff neumann arcanus, Zürich
- Architektur neff neumann architekten ag, Zürich
- Landschaftsarchitektur LORENZ EUGSTER Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH, Zürich
- Auswahlverfahren Architekturwettbewerb im selektiven Verfahren für Generalplanende nach SIA 142 mit 12 Teams (einstufig, anonym), Mai 2024
Die Stadt führte einen Architekturwettbewerb durch, den das Architekturbüro neff neumann zusammen mit Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau für sich entscheiden konnte. Der suffiziente und kompakte Neubau für die Schulanlage Staudenbühl wird in der nordwestlichen Ecke dem Terrain folgend mit genügend Abstand zur bestehenden Schulanlage von Rolf Keller aus den 1960er-Jahren platziert. Das Dachgeschoss springt zurück, so dass das Volumen fünfgeschossig oder zum Hang viergeschossig in Erscheinung tritt. Der Höhenversatz des Terrains wird genutzt, um einen zusätzlichen Eingang von der Strassenseite anzubieten. Im Süden, wo sich der Haupteingang zum Neubau befindet, ist die Fassade von einer überhohen Pausenhalle geprägt. Direkt angrenzend befindet sich der zentrale Pausenplatz als neuer Dreh- und Angelpunkt und Verbindung zu der bestehenden Schulanlage. Von dort führt eine grosszügige Freitreppe auf die Terrasse mit dem grossen Allwetterplatz, der einen Ausblick nach Südwesten ermöglicht. Die unterschiedlichen Terrassen und Freiräume sind nebst den quartiersverbindenden Wegen charakteristisch für die Anlage. Am südlichen Perimeterrand in der Verlängerung der Himmeristrasse wird ein neuer Pavillon mit lärmgeschütztem Aussenraum für die Kindergärten ergänzt.
Die Dreifachsporthalle kommt unter den Neubau zu liegen und ist über den zentralen Eingangsbereich erschlossen. In Anlehnung an die bestehende Schulanlage, in welcher ein Dorf für Kinder mit Häusern, Gassen und Plätzen geschaffen wurde, wird auch der Neubau um einen zentralen vielfältig nutzbaren begrünten Hof im Gebäudeinnern herum entwickelt. Dies ermöglicht viel Tageslicht in den Begegnungszonen und Blickbezüge zwischen den Schulclustern. Im Erdgeschoss befinden sich Spezialräume Schule und Räume für den Hausdienst. Im 1. Obergeschoss sind die Mensa mit Mehrzweckräumen, die Küche und Büroräume für das Schulpersonal angeordnet. Die Schulräume für die Primarschule befinden sich im 2. Obergeschoss und das 3. und 4. Obergeschoss ist für die Sekundarschule vorgesehen. Weitere Spezialräume wie Musikzimmer für die Musikschule Konservatorium Zürich oder Werkräume befinden sich schliesslich im Dachgeschoss. Interessant ist die Faltung der Dachfläche, was innenräumlich für ein gutes Raumgefühl sorgt.
Die bestehende Schulanlage wurde 1968 nach den Plänen von Rolf Keller erbaut und ist in den Inventaren der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte und der schützenswerten Gärten und Anlagen von kommunaler Bedeutung aufgeführt. Die bestehenden Bäume zwischen den Schulanlagen können dank der grosszügigen Distanz zwischen den Gebäuden bestehen bleiben. Entlang der westlichen Arealgrenze soll eine neue Baumreihe mit Laubbäumen gepflanzt werden, um entlang der Wege Schatten zu spenden. Auch im Arealinnern sind neue Bepflanzungen vorgesehen. So wird langfristig eine neue Parkanlage für das Quartier mit Orten zum Verweilen entstehen können. Durch die vielfältige Bepflanzung leistet die Anlage einen Beitrag zu mehr Biodiversität und zusammen mit den unversiegelten Flächen auf dem Areal zu einem guten Lokalklima.
Das Siegerprojekt «LUNUGANGA» überzeugte die Jury. Es ist wirtschaftlich und ökologisch - im Vergleich zu den Mitstreitenden das überzeugendste Projekt. Der Neubau im Minergie-P-ECO-Standard ist in Hybridbauweise (Beton-Holz) geplant. Dank der klaren Trennung zwischen Tragwerk und den Zwischenwänden auf den Geschossen weist das Projekt eine hohe Flexibilität auf und ermöglicht dereinst einen einfachen Rückbau, Austausch oder die Wiederverwendung von Bauteilen. Um eine fossilfreie Energieversorgung sicher zu stellen, sind ein Anschluss des Neubaus ans Fernwärmenetz und eine grosse Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und an der Fassade vorgesehen. Der Kindergartenpavillon soll modulartig aufgebaut werden. Nach Möglichkeit sollen wiederverwendete Bauteile zum Einsatz kommen, so dass er leicht rückgebaut und seine Bauteile auch künftig wiederverwendet werden können.
Zur Qualitätssicherung von Neubauten setzt die Stadt Zürich auf den Architekturwettbewerb. Umfassende Informationen zum Wettbewerbsverfahren finden Sie im Jurierungsbericht.
1. Rang | 1. Preis
Antrag zur Weiterbearbeitung
- Generalplanung
ARGE neff neumann arcanus, Zürich - Architektur
neff neumann architekten ag, Zürich - Landschaftsarchitektur
LORENZ EUGSTER Landschaftsarchitektur und Städtebau GmbH, Zürich

2. Rang | 2. Preis
- Generalplanung
ARGE Baumgartner Loewe Architekten / Cockpit Projektmanagement, Zürich - Architektur
Baumgartner Loewe Architekten AG, Zürich - Landschaftsarchitektur
ORT AG für Landschaftsarchitektur, Zürich

3. Rang | 3. Preis
- Generalplanung und Architektur
Neon Deiss Architektinnen, Zürich - Landschaftsarchitektur
Kollektiv Nordost, St. Gallen

4. Rang | 4. Preis
- Generalplanung und Architektur
Gunz & Künzle Architekt*innen GmbH, Zürich - Landschaftsarchitektur
Uniola AG, Zürich

5. Rang | 5. Preis
- Generalplanung
MAK architecture AG / TAKT Baumanagement AG, Zürich - Architektur
MAK architecture AG, Zürich - Landschaftsarchitektur
KOLB Landschaftsarchitektur GmbH, Zürich

Modellfotos: Dominic Büttner
- Bauingenieurwesen Synaxis AG, Zürich
- Brandschutz Zostera Brandschutzplanung GmbH, Zürich
- HLK-Ingenieurwesen Meierhans + Partner AG, Schwerzenbach
- Lärmschutz Wichser Akustik und Bauphysik AG, Zürich
- Nachhaltigkeit Büro für Nachhaltigkeit am Bau AG, Zürich
- Visualisierungen FILIPPO BOLOGNESE IMAGES, Milano IT