An den Kantons- und Regierungsratswahlen 2015 nahmen 37,0 Prozent der wahlberechtigten Männer teil, bei den Frauen waren es lediglich 31,5 Prozent. Der Unterschied von 5,5 Prozentpunkten war damit markant höher als noch an den Gemeinderatswahlen 2014; damals betrug er knapp 4 Prozentpunkte.
Geht es um die Ausübung des Stimm- und Wahlrechts gelten ältere Männer als die aktivste Bevölkerungsgruppe. Die Wahlbeteiligung der über 65-jährigen Männer lag mit 54,8 Prozent über 22 Prozentpunkte über der durchschnittlichen städtischen Wahlbeteiligung (32,6 %). Im Gegensatz dazu nahmen nur 39,7 Prozent der über 65-jährigen Frauen an den Wahlen teil. Hierbei gilt es sich in Erinnerung zu rufen, dass viele ältere Menschen in einer Zeit die Volljährigkeit erlangten, als das Frauenstimmrecht noch nicht existierte – auf eidgenössischer Ebene wurde es erst 1971 eingeführt. Entsprechend war im Alterssegment der über 65-Jährigen auch der Unterschied zwischen Männern und Frauen mit 15 Prozentpunkten ausserordentlich hoch.
Bei Personen im Erwerbsalter fiel der Unterschied zwischen den Geschlechtern mit 4,3 Prozentpunkten weitaus geringer aus. Frauen zwischen 18 und 23 Jahren weisen sogar eine höhere Beteiligungsrate auf als ihre männlichen Altersgenossen. Ab dem 23. Altersjahr liegt sie aber bei den Männer durchgehend höher und erhöht sich mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern bis zum 69. (Frauen) beziehungsweise 73. Altersjahr (Männer).
Wahlberechtige, die schon seit über 16 Jahren in Zürich wohnen, wiesen mit 37,9 Prozent eine um 15 Prozentpunkte höhere Wahlbeteiligung auf als jene, die in den letzten vier Jahren zugezogen waren (22,8 %). Je länger eine Person in der Stadt wohnhaft war, desto eher ging sie wählen. Diese Beobachtung könnte mit der wachsenden Verbundenheit mit dem Wohnkanton und der zunehmenden Kenntnis der lokalen Gegebenheiten zusammenhängen. Ebenso bedeutend dürfte aber die logische Korrelation von Aufenthaltsdauer und Alter sein: Mit jedem weiteren Jahr, das eine Person in Zürich wohnhaft ist, wird sie auch ein Jahr älter. Der Zusammenhang zwischen Alter und Wahlbeteiligung wiederum ist in Grafik 1 gut ersichtlich.
Die Wahlbeteiligung von Wählerinnen und Wählern, die zum ersten Mal in der Stadt Zürich an kantonalen Wahlen teilnehmen durften, lag deutlich unter dem Durchschnitt. Die Kategorie der Erstwählerinnen und Erstwähler setzt sich aus drei Unterkategorien zusammen:
- Eingebürgerte Ausländerinnen und Ausländer
- Volljährig gewordene Bürgerinnen und Bürger
- Neu Zugezogene
Die Stadt Zürich gilt insbesondere bei jungen Erwachsenen zwischen 20 und 35 als beliebtes Umzugsziel. Dieses verhältnismässig junge Alter der Zugezogenen sowie die tendenziell noch schwach ausgeprägte Verbundenheit mit dem Wohnkanton dürfte die tiefe Wahlbeteiligung erklären.
Seit in den 1990er-Jahren in der Schweiz die Briefwahl eingeführt wurde, nimmt der Anteil Personen, welche ihre Stimmen persönlich an der Urne einwerfen, stetig ab. Am 12. April betrug er in der Stadt Zürich 18,8 Prozent. Somit wirft nur noch knapp jede/r fünfte Wählende die Wahlunterlagen persönlich in der Urne ein.
Die Analyse der Stimmberechtigten hat in der Stadt Zürich eine lange Tradition. Die Erhebung beruht auf der Auswertung der eingereichten Einmalstimmrechtsausweise (ESRA). Auf diesen ist ein persönlicher Code aufgedruckt. Dieser wurde mit einem Auszug aus dem Personenregister verglichen, der alle wahlberechtigten Personen enthält. Die ESRA werden getrennt von den Wahl- und Abstimmungsdokumenten erfasst und die gewonnenen Daten anonymisiert. Auf diese Art kann bestimmt werden, wer am Urnengang teilgenommen hat, nicht aber, wen die Personen gewählt haben beziehungsweise wie sie gestimmt haben.
Bei der Berechnung des Briefwähleranteils mussten die Kreise 1 und 2 ausgenommen werden. In deren Wahlbüro wurde nicht nach Brief- und Urnenwahl unterschieden.
Rückschlüsse auf einzelne Personen sind in den Auswertungen zu keinem Zeitpunkt möglich.